Einradfahren
#Wie ich's gelernt habe? #Meine
Einradkunst #Walking Acts #20
und 24 - Einräder #Uni-Juggle
#Wie
ich das Pendeln gelernt habe #Hochradnummer#Literatur
Wie ich's gelernt habe?
Bevor ich richtig Üben anfing, habe ich mir einen geeigneten Übungsplatz
ausgesucht. Der Türrahmen und Flur, Gehsteig und Gartenzaun waren
mir doch zu gefährlich. Ideal war der von einem Geländer und
geteertem Weg umgebene Sportplatz.
Ich bin dann täglich dorthin gefahren (mit dem Auto, nicht mit
dem Einrad) und hab 7 Tage lang jeden Tag eine Stunde am Sportplatz-Geländer
geübt - immer abwechselnd im und gegen den Uhrzeiger-Sinn um den ganzen
Platz, damit ich nicht einseitig wurde.
Den ersten Tag musste ich mich mit beiden Händen festhalten,
an zweiten Tag gings auch schon mit einer Hand und am 3. Tag bin ich die
ersten "Schritte" ohne Festhalten gefahren. Am 4. Tag waren es schon einige
Meter und am 7. Tag bin ich komplett ohne Festhalten rumgefahren (ca. 600
Meter). Es war sehr anstrengend diese erste Zeit, aber so habe ich es gelernt.
Inzwischen weiß ich, dass jüngere Leute (ab so 8 Jahren)
das Einrad-Fahren noch schneller lernen können. Eine meiner Schülerinnen
(11 Jahre) hat es in 2 1/2 Tage geschafft.
Meine Einradkunst
Jetzt nach etwa 3 1/2 Jahren (6. April 1996 bis 7. Dezember 1999) mache
ich alles mögliche mit dem Einrad. Die angegebenen Kunststücke
beinhalten die Reihenfolge, in der ich sie gelern/geübt habe:
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Langstreckenfahren
-
Freies Aufsteigen
-
mit dem Koffer auf dem Kopf
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mit 3 Bällen
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mit 3 Keulen
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mit 3 Bällen und Koffer auf dem Kopf
-
mit 3 Keulen und dem Koffer auf dem Kopf
-
mit Kind auf Schultern
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mit 2 Kindern auf Schulter und im Tragegestell
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mit Baby auf dem Arm
-
mit Bollerwagen und allem möglichen aufgeladen (Kindern, Möbel,
...)
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Hüpfen mit Hochrad und kleinem Einrad
-
Pendeln teilweise im fahrenden Zug auf dem Weg zur Arbeit
-
Penden mit verschränkten Armen und dabei drehen, seitwärts fahren,
...
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1/2 Stunde pausenlos Pendeln
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Pendeln (20", 24") mit Koffer auf Kopf
-
Pendeln mit 3 Bällen (ca 1 Minute)
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Zeitung lesen beim Pendeln (probier ich gleich morgen)
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Giraffe (Pendeln, Langstrecken, erst am 12.3.99 angeschafft) mit 20" und
140 cm hoch
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Einradfahren mit voll ausgestattetem Vorderrad (2 Lichter, Handbremse,
Klingel, Lenker)
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Hochrad mit Koffer auf Kopf
-
Tanz zur Musik mit Giraffe und Einrad, zum Teil Unterbrochen von Jongliereinlagen
(Koffer auf Kopf mit 3 Keulen, Zug-Bild, ...)
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Einrad pendeln mit 3 Keulen
-
Einrad pendeln mit 3 Keulen auf Kopf
Walking Acts
Bei Auftritten achte ich auf auffällige Kleidung und verschaffe mir
zusätzlich akustisch Aufmerksamkeit. Eine Klingel habe ich mir ans
Rad unter den Sattel gebaut. Für die Giraffe habe ich einen Klingel-Stab.
Ich spiele zunächst einen Anfänger und steigere mich so nach
und nach und fahre zuletzt jonglieren mit Koffer auf Kopf durch die Menge.
So fahre ich dann laut schreiend durch die Menge, lasse mir von Wildfremden
auf's Rad helfen oder stütze mich, um Pause zu machen, bei vorbeigehenden
Leuten ab. Ich schreie laut "Vorsicht, aus dem Weg Fahrer übt, Vorsicht
Anfänger, Vorsicht heiß und fettig, ...". Mit der Zeit werde
ich immer besser und fahre zuletzt mit Koffer auf Kopf und 3 Keulen.
Weitere sehr publikumswirksame Walking Acts sind die Giraffe im Takt
zur Musik oder mit Koffer auf dem Kopf.
Am besten ist bislang das Einrad mit dem Zusatzrad gekommen, weil der
Überraschungseffekt noch dazu kommt. Ich spreche dann von rostfreiem
Rahmen, fahrtüchtigem Rad mit allem dran, ...
Der Effekt läßt sich steigern durch die Kombination verschiedener
Walking Acts. Zuerst Einrad mit Lenker, denn Giraffe, dann Koffer auf Kopf
mit 3 Keulen und zuletzt Giraffe mit Koffer, ...
Hochradnummer
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Zur Musik von den Marginal Prophets Lied 12 der CD "The Highland laddie"
steige ich auf mein Hochrad und fahre langsam zur Bühne durch die
Zuschauer
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Tanze zur Musik vor der Bühne
-
(evtl. jongliere ich noch mit 3 Bällen oder 3 Keulen eine Kaskade
am Ende)
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Nach der 1:30 Minuten langen Musik steige ich ab und balanciere das Hochrad
auf dem Kinn
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Verbeugen
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Das ist ein sehr schöner Einstieg in eine Show
20" und 24" - Einräder und
die Giraffe
Meine Einradkunst - oben beschrieben -
erweitert sich ständig. Im Sommer fahre ich oft längere Waldstrecken
(5 km) und jongliere dabei mit 3 Bällen oder mit drei Keulen. Gelegentlich
jongliere ich zusätzlich einen Koffer auf dem Kopf. Ich bin anfangs
immer nur mit einem kleinen 20"-Eirad gefahren. Jetzt fahre ich eigentlich
nur noch mit dem 24"-Einrad und seit neuestem mit der Giraffe (Hoch-Einrad)
und mit Einrad mit Lenker. 20" bedeutet, dass der Rad-Durchmesser
20 Zoll beträgt (1 Zoll entspricht glaub ich 2,54 cm).Ich habe festgestellt, dass es für meine Einradkünste
kaum einen Unterschied macht ob 20" oder 24". Das Langstrecken-Fahren geht
sogar einfacher, da kleine Bodenunebenheiten weniger oft zum Absteigen
führen. Ein Unterschied ist der unterschiedliche Kraftaufwand beim
Pendeln. Je größer das Rad ist, desto länger ist die Pendelbewegung
und somit auch die Beschleunigung und das Abbremsen bei jedem Pendeln.
Das braucht Kraft. Noch extremer soll es beim Pendeln auf einem 26"- oder
28"-Einrad sein. Da ist die Gefahr, Beine wie ein Fußball-Nationalspieler
zu bekommen, recht groß.
Die Giraffe macht keinen Unterschied, nur ist es für mich jedes
mal eine Umstellung von den 20" der Giraffe auf die 24" des kleinen Eirades,
die einige Minuten dauert. Bei der Giraffe kommt natürlich die Angst
vor dem Fall dazu. Der ist zwar bei einer 140 cm Giraffe noch nicht zu
groß, aber doch merklich, so dass ich sehr vorsichtig fahre
und nur wenige Tricks mache.
Uni-Juggling
Ich überlege mir schon seit längerem einen Namen für das
Jonglieren in Verbindung mit dem Einradfahren. Und habe mich jetzt für
Uni-Juggling entschieden. Eventuell gibt es auch schon einen gebräuchlichen
Namen dafür. Ich kenne ihn jedoch nicht.Das Uni-Juggling ist meiner Meinung nach eine Kunst, die eine sehr gute
Kombination darstellt, um den ganzen Körper in Ausdauer und Koordination
zu schulen. Beim Jonglieren wird oft der untere Körperbereich vernachlässigt,
beim Einradfahren oft der obere. Das Jug-Cycling schließt wie das Joggling
beide Bereiche ein. Der Unterschied zum Joggling besteht unter anderem
darin, dass die Jonglier-Frequenz nicht mehr so dringend mit der Bein-Frequenz
(Treten) übereinstimmen muss. So ist Uni-Juggling mit 3 Keulen
wesentlich einfacher als Joggling mit 3 Keulen.
Das Uni-Juggling mit 3 Bällen ist weniger anstrengend als das mit
3 Keulen. Nach einer halben Stunde mit 3 Keulen merke ich die Anspannung
im Rücken. Auch der Koffer auf dem Kopf geht ziemlich ans Kreuz.
Mit 4 Bällen lässt es sich auf graden und ebenen Strecken
noch ganz gut Einrad fahren. Die Voraussetzung dazu ist natürlich
eine gewisse Grundsicherheit mit 4 Bällen. Demnächst werde ich
es wohl mit 5 Bällen auf dem Einrad probieren.
Wie ich das Pendeln/Wippen
gelernt habe
Pendeln ist das Einrad-Fahren auf der Stelle, indem abwechselnd rückwärts
und vorwärts gefahren wird. Dabei bleibt ein Pedal/Bein ständig
in der unteren Hälfte des Pedalraumes.
Ich habe alles mögliche probiert, das Pendeln zu lernen:
-
An der Straßenlaterne festhalten
-
Aus dem Fahren heraus
-
Am Seil festhalten
-
Immer abwechselnd mit dem linken und dem rechten Fuß eine Pendelbewegung
aus dem Fahren heraus
-
...
Es half alles nichts! Ich kam einfach nicht weiter. Ich schaffte
mal aus dem Fahren heraus ein paar Pendelbewegungen, aber nie länger.
Gelernt habe ich es dann recht schnell im stehenden Zug durch regelmäßiges
Üben. Ich habe jeden Tag 10 - 15 Minuten versucht, direkt nach dem
Aufsteigen gleich weiter zu pendeln. Zuerst 2, dann 3, usw. Pendelbewegungen.
Ich glaub, so nach 2 oder 3 Wochen habe ich mit links und mit rechts ca.
1 Minute Pendeln können. Ich habe immer die Pendelbewegungen gezählt
und mir vorher ein Ziel gesetzt. So macht es mir am meisten Spaß.
Jeden Tag ein neues Erfolgserlebnis.
Nach 6 Monaten Übung (5 mal die Woche 10 Minuten), ging es schon
sehr lange. Ich habe bei 200 Pendelbewegungen aufgehört zu zählen.
Ich kann über 20 Minuten aushalten, wobei ich regelmäßig
das Bein wechsle.
Jetzt versuchte mich an anderen Tricks beim Wippen (Seitwärtsfahren,
Drehen, Arme verschränken, mit 3 Keulen/Bällen, Doppel-Wippen).
Mein nächstes Ziel ist das Jonglieren mit 3 Bällen/Keulen/rohen
Eiern und eine möglichst ruhige Pendelbewegung.
Es hört sich sehr mühevoll an, das Pendeln zu lernen, aber
ich empfand es nicht so, da ich einfach jeden Tag merkte, dass es
besser ging.
Viel geholfen haben mir die Tipps von Wolfgang Stroessner zum Pendeln und
zum Jonglieren beim Pendeln:
-
Versuche, dein komplettes Gewicht auf den Sattel zu bringen (und nicht
auf die Beine, also stell dich nicht auf die Pedale, sondern setz dich
auf den Sattel).
-
Das untere Bein macht die komplette Arbeit. Das obere ist eigentlich überflüssig.
Wer sicher pendeln kann, der pendelt im Prinzip grundsätzlich einbeinig.
Ob das andere Bein nun auf dem Pedal oder auf der Gabel steht, oder in
die Luft gestreckt oder hinters Ohr geklemmt wird, spielt keine Rolle.
Am Anfang wirst du das sicher etwas anders empfinden, aber bemühe
dich, das obere Bein zu entlasten.
-
Pendeln auf dem Hoch-Einrad
Es ist zwar nicht wesentlich schwieriger als auf dem 'normalen' Einrad,
aber ich würde auf alle Fälle davon abraten, auf der Giraffe
pendeln zu lernen.
Begründung: Zwar ist die Giraffe träger als ein normales
Einrad, aber dafür fällt man tiefer und wenn man etwas Neues
lernt, fällt man erfahrungsgemäß sehr oft. Dazu kommt die
psychologische Hemmschwelle wegen der Höhe. Und last but not least
ist das Aufsteigen auf eine Giraffe wesentlich aufwendiger als auf ein
normales Einrad (ich gehe mal davon aus, dass jemand, der gerade Pendeln
übt, nicht im Schlaf frei auf Giraffen aufsteigen kann).
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Pendeln und Jonglieren
Als allererstes solltest du sicher eine 3-Ball/-Keulenkaskade lernen
und sicher (und damit meine ich wirklich sicher) pendeln (erst mal ohne
jonglieren). Anschließend dürfte Jonglieren beim Pendeln eine
Sache von 5 Minuten sein. Allerdings heißt sicher pendeln, dass du nicht mehr darüber nachdenken
musst, dich dabei unterhalten
kannst, auch weiterpendelst, wenn dich jemand anrempelt, das ganze auch
einbeinig und blind geht etc. Das dauert natürlich ein bisschen.
Wenn du vorher schon auf dem Einrad jonglieren willst, dann probiere auf
keinen Fall das Pendeln und das Jonglieren zu synchronisieren, sondern
mach diese beiden Dinge unabhängig voneinander. Geht wesentlich einfacher.
Literatur / Links
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Das meiste lernt man doch beim Zusehen bei anderen, so dass ich empfehle
in der Schule nach anderen Einradfahrern zu suchen oder zu Jongliertreffen
zu gehen. Die gibt es in jeder größeren Stadt. Zudem gibt es
Jonglier-Conventions, die in regelmäßigen Abständen in
ganz Deutschland stattfinden, da gibt es meist duzende von ausgezeichneten
Einrad-Fahrern, die zumeist gerne bereit sind auch Anfängern weiter
zu helfen.
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Ich habe ein Buch größtenteils gelesen, das recht hilfreich sein
kann: "Einrad Fahren" von Sebastian Höher, erschienen im rororo (Sport)
Verlag (1490-ISBN 3 499 18654 3), es kostete 14,90 DM.
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Für Leute mit Internet-Anschluss ist die Auswahl an guten Internet-Seiten,
die sich mit dem 'Unicycle' beschäftigen sehr groß. Als ersten
Anlaufpunkt empfehle ich für Leute, die des Englischen mächtig
sind http://www.juggling.org/ oder
http://www.unicycling.org/. Deutschsprachige
Seiten lassen sich leicht über Suchmaschinen finden
(suche z.B. nach Einrad bei Yahoo.de): http://www.einradfahren.de/
<- sehr zu empfehlen!!
-
Eine Mailing Liste oder eine News-Group über das Einrad-Fahren kenne
ich nicht, die gibt es aber wohl und lässt sich auch leicht über
das Internet herausfinden.
-
http://www.einradverband-bayern.de
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